Vom Buch zum Film und zurück in die Herde

Mein Lebensweg führt mich vom Bio-Bäuerin sein zum Cowgirl auf der Weide, vom Buch zum Film und zurück in die Herde. Lisa und ich bringen mit der Auszeit mit Pferden etwas einmaliges in die Welt. Unsere Geschichte erzählt von Freiheit, Verbundenheit mit der Natur und alternativen Lebensentwürfen. Der Dokumentarfilm „Das Echo der Herde“ begleitet Lisa und mich ein Jahr lang und zeigt unsere tiefgreifende Beziehung zu den Tieren in einem freien Leben jenseits von Leistung und Besitzdenken.

In meinem Leben bin ich viele Male einfach wieder losgegangen. Ich habe als Cowgirl auf Farmen gearbeitet, immer wieder auch große Herden versorgt und im Rhythmus der Natur gelebt. Dabei war mir immer klar, dass es nicht darum geht, etwas zu besitzen, sondern darum, in Beziehung zu sein mit dem Land, mit den Lebewesen, mit den vielen kleinen Insekten und den Mikroben unter den Grasbüscheln.

Mir wurde bewusst, dass ich in meinem Buch, „Wie ich als Cowgirl die Welt bereiste und ohne Land und Geld zur Bio-Bäuerin wurde“, auf einer Reise im Außen war. Es geht um den oft mühevollen Aufbau eines Landwirtschaftsbetriebs, um Selbstermächtigung und um die Abenteuer auf meinem Weg (fast totgetrampelt zu werden von einer Kuh!) – DAS BUCH KANNST DU GERN BEI MIR DIREKT BESTELLEN!

Anja Hradetzky zeigt auf ihr Buch ‚Wie ich als Cowgirl die Welt bereiste und ohne Land und Geld zur Bio-Bäuerin wurde‘



… und die Auszeit mit Pferden zeigt jetzt den Weg nach innen, die Heilung, welche sicheren Räume es dafür braucht und auch die Verletzlichkeit von uns Frauen.

Letztes Jahr ist ein 30-minütiger Film über Lisa und mich entstanden: „DAS ECHO DER HERDE“
Rüdiger Heim hat uns über 12 Monate filmisch beobachtet und unsere tiefgreifende Beziehung zu den Tieren eingefangen. Er thematisiert psychischer Belastbarkeit, weibliche Gemeinschaft und die wachsende Sehnsucht nach Entschleunigung.
Der Film wird gerade auf Filmfestivals vorgestellt und wir wollen danach selbstorganisiert eine FILM-TOURNEE machen. Wenn du IDEEN HAST, WO WIR DEN FILM ZEIGEN KÖNNEN, schreib uns gern.

Wir glauben daran, dass es schön ist, danach ins Gespräch zu kommen – so könnten sich Gleichgesinnte auch finden.
Hier kannst du den Film-Trailer anschauen.

Trailer zum Dokumentarfilm ‚Das Echo der Herde‘ über Anja, Lisa und ihre Beziehung zu Pferden

Ich zeige immer wieder, dass alternative Lebensentwürfe nichts mit klassischer Businesslogik zu tun haben müssen. Auch jetzt grase ich frei mit meinen Pferden und habe kaum Sicherheiten.

Die Themen Tierethik, „Wo kommt mein Essen her?“ und „Was bewirke ich mit meinem Konsum?“, sind weiterhin super wichtig, wenn wir nicht andere Lebewesen (auch Menschen) ausbeuten wollen. Und ich stehe auch dafür, dass ich als Frau selber die Zügel in der Hand habe.

Wenn ich mit Pferden arbeite und Frauen begleite, die sich nicht optimieren, sondern wieder zurück in die Verbindung zu sich selbst kommen wollen, zeige ich ganz praktisch die Alternativen auf zu Leistung, Besitz und dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Ich glaube, wir brauchen mehr davon als jemals zuvor.

Frauenkreis neben der Pferdeherde bei der Auszeit mit Pferden

Natürlich bin ich auch weiterhin bereit, euch mit der RINDERHERDE zu helfen! Ich liebe den Klang der Pannels und das Einüben von guten Routinen bei Herdenaktionen. SCHREIB MIR, WO UND WANN UND ICH BIN DABEI!

… und wenn dich unsere Geschichte berührt: Erzähl uns gerne in den Kommentaren, wo du gerade zwischen Leistung, Freiheit und Verbundenheit deinen eigenen Weg suchst.
Vielleicht entsteht daraus genau das Gespräch, das wir uns wünschen.

Das nächste Kapitel: Im Rhythmus der Tiere ~ im Einklang mit mir

Der Weg zum Dokumentarfilm mit Rüdiger Heim… Warum ich glaube, dass wir alle die Kraft haben, unser Leben neu zu gestalten – wenn wir bereit sind, hinzuschauen.

… und dass wir im Zusammensein mit Tieren lernen können, unser eigenes Leben tiefer zu verstehen.

Lisa Wiese auf Karuna mit freien Pferden auf einer Weide Herbstlaub

Melken auf der Weide

Mein Weg schlängelte sich schon immer ganz munter durch die Welt. In meinem Buch „Wie ich als Cowgirl die Welt bereiste und ohne Land und Geld Bio-Bäuerin wurde“ (bei mir erhältlich) beschreibe ich die verschiedensten Stationen von den Regenwürmern im Studium, halbtot unter der Kuh, auf einem Roadtrip durch Kanada, der Weite dort, die auch mein Herz weitete bis zum Melken auf der Weide. Ein Stück Erde, das wir zum Klingen bringen wollten, das mehr als ein landwirtschaftliches Projekt – es ist der Versuch, eine Vision von guter, lebendiger Landwirtschaft zu leben. Aus Gras wurde Milch und Fleisch, aus dem Kontakt zu den Tieren wurden innige Beziehungen, aus der Vermarktung wurde eine erfüllende Lebensaufgabe: Weidefleisch, das zeigt, dass Wertschätzung mehr ist als ein Wort.  Ein Weg, der zeigt, dass Tiere in Würde gehalten werden können, dass Fleisch wertvoll ist und dass Konsument*innen mit ihrer Entscheidung Landwirtschaft wirklich verändern.

Mit Frauen auf der Weide SEIN

Dann die Pferde, meine zweite Unternehmung. Mit Auszeit mit Pferden haben Lisa und ich einen Raum geöffnet, in dem Menschen still werden können, atmen, fühlen. Ein Ort in der Wildnis Brandenburgs, an dem wir uns selbst begegnen können – getragen von der Klarheit und Präsenz der Tiere. Ich erlebe immer wieder, wie Pferde Türen öffnen. Wenn wir aussprechen, dass die Frauen bei den Camps oder Tagesauszeiten mal nur Sein können, kullern bei manchen schon die ersten Tränen. Weil sonst in dieser Welt und dann in unseren Gehirnstrukturen das Funktionieren an erster Stelle steht. Die Pferde erinnern uns daran, dass wir nichts leisten müssen, um zu genügen. Sie spiegeln uns, wo wir stehen – und laden ein, neue Pfade zu gehen. Es ist so bereichernd und kraftvoll, wenn diese von den Teilnehmerinnen der Auszeit eingeschlagen werden.

Falbe und Scheckenponies grasen auf wilder Weide

Das 2. Buch: Was wir von Rindern lernen können

Zwischen all dem entsteht mit Sonja Moor zusammen mein zweites Buch. Worte, die sammeln, was in Begegnungen geschieht. Es ist wie ein roter Faden, der meine Erfahrungen, mein Wissen und die vielen Begegnungen mit Menschen und Tieren verbindet. Schreiben heißt für mich: verdichten, reflektieren, festhalten – und gleichzeitig wieder teilen, was mich trägt. Geschichten, die tragen, was im Alltag oft verloren geht: die Sehnsucht nach Sinn, nach Tiefe, nach Verbindung.

Es wird einen Dokumentarfilm über uns geben!

Lisa hatte den Wunsch, dass es über die Auszeit einen Dokumentarfilm gibt. Und so kam es, dass uns dieses Jahr Rüdiger Heim in allen Jahreszeiten begleitet hat, um einen Dokumentarfilm zu drehen, aus dem wir jetzt schon einen kleinen Auszug veröffentlichen.

Er zeigt mehr als schöne Bilder. Er zeigt, was uns antreibt: dass wir mit Tieren und Menschen auf Augenhöhe sein können. Dass wir, wenn wir uns trauen, unser Leben zu reflektieren, unsere Muster zu durchbrechen, einen Schritt in eine neue Zukunft setzen. Wie heilsam es ist, wenn wir hinschauen, uns einlassen, unser Leben reflektieren – und uns trauen, neue Wege einzuschlagen.

Machst du dich auch auf den Weg?

Wir glauben so stark daran, dass wir alle etwas bewegen können. Es beginnt im Kleinen – mit einem achtsamen Blick, einer bewussten Entscheidung, einem ehrlichen Gespräch. Und aus diesem Kleinen erwächst Wandel.

Wir brauchen keine Perfektion, sondern Mut. Keine großen Systeme, sondern viele kleine Feuer. Wenn wir uns erinnern, dass wir verbunden sind – mit der Erde, den Tieren, miteinander – dann können wir Welten bewegen.

Dieses Kapitel beginnt jetzt. … und es macht mir Freude zu sehen, wie viele Menschen mitschauen, mitfühlen und wir freuen uns, wenn wir die Verbindung spüren und zusammen gehen.

Frauen reiten mit Ponies durch den Wald

Filmreihe über Stockmanship!

Das Netzwerk Mob Grazing hat andere Pionierinnen und mich gefilmt und Lernvideos über Stockmanship daraus gemacht! Auf Deutsch!!
Durch gezielte Körpersprache und Bewegungsmuster wird die Arbeit mit Rindern sicherer, effizienter und vor allem stressfreier – für Mensch und Tier.

Doch bisher gab es neben ein paar Beschreibungen wie meinen kaum deutschsprachiges Material zu diesem Thema. Das Netzwerk Mob Grazing hat das geändert! In der dreiteiligen Filmreihe geben deutsche Pionier*innen des Stockmanship einen Einblick in ihre Praxis:

Film 1: Wer macht Stockmanship? Lerne Praktiker*innen und ihre Beweggründe kennen.

Film 2: Wie geht Stockmanship? Grundkonzepte anschaulich erklärt.

Film 3: Wo nützt Stockmanship? Die Vorteile für deinen Alltag mit Rindern.

Aber das ist noch nicht alles: Es wurden Stockmanship-Anleitungen übersetzt, weiterführende Literatur zusammengestellt und ein lustiges Lernspiel entwickelt. Diese Ressourcen findest du kostenlos auf https://www.mob-grazing.de/stockmanship

Das Ziel: Stockmanship in Deutschland bekannt und zugänglich machen. Schau rein und entdecke, wie du den Umgang mit deinen Tieren revolutionieren kannst!

Welche Fragen hast du zu Stockmanship? Kommentiere gern unter den Videos – dann werden sie auch von anderen Menschen gefunden. 🙂

Stockmanship Netzwerk Mob Grazing
Da bin ich als kleiner Mensch hinter einer kleinen Herde in einer ausgeräumten Landschaft zu sehen…

Stockmanship in Kürze

Stockmanship ist eine wesentliche Praxis im entspannten Umgang mit Nutztieren, die auf respektvoller Kommunikation zwischen Mensch und Tier basiert. Besonders in der Beweidungsmethode des Mob Grazing, bei der Rinder in regelmäßigen Abständen umgestellt werden, ist es entscheidend, die Tiere stressfrei zu führen. Durch gezielte Körpersprache und das Verstehen der natürlichen Verhaltensmuster der Tiere kann der Mensch sicherstellen, dass diese sich sicher und wohlfühlen.

Achtsame Haltung gegenüber Rindern

Eine achtsame Haltung fördert nicht nur das Wohl der Tiere, sondern erleichtert auch die Arbeit der Landwirtin. Der respektvolle Umgang mit den Tieren trägt zur Effizienz und Nachhaltigkeit der Landwirtschaft bei. Das Konzept von Stockmanship unterstützt also nicht nur die täglichen Aufgaben wie das Umtreiben der Herde, sondern sorgt auch für eine langfristig gesunde und produktive Tierhaltung.

Kooperation im Zonenkonzept

Ein zentrales Element ist das Einhalten der persönlichen Zonen der Tiere, was den Stress minimiert und die Zusammenarbeit fördert. Der Mensch wird dabei nicht als dominanter Akteur wahrgenommen, sondern als Partner, der das Wohl der Tiere im Blick hat. So entstehen nicht nur gute Arbeitsbedingungen, sondern auch eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Tier und Mensch, die für eine neue Art Landwirtschaft in meinen Augen wünschenswert ist.