„Das Echo der Herde“ ist ein 30-minütiger O-Ton-Dokumentarfilm über Lisa Wiese und mich. Auf der AuszeitmitPferden-Seite gibts die Kurzinfos und den Trailer – hier lass ich die Filmplakate einfließen.

Es gibt keine Sprecherin aus dem Off, die erklärt, was wir sehen oder wie wir etwas verstehen sollen. Der Film erzählt sich aus den Stimmen der Menschen, die darin vorkommen. Fast ausschließlich Frauen kommen zu Wort. Ihre unterschiedlichen Meinungen, Gedanken und Eindrücke werden miteinander verwoben und ergeben nach und nach ein größeres Bild.
Ein Jahr lang hat Rüdiger Heim uns mit der Kamera begleitet. Er hat Gespräche, Begegnungen und ganz alltägliche Situationen eingefangen. Dadurch entsteht keine Geschichte, die wir im Nachhinein für den Film erfunden haben, sondern eine filmische Beobachtung dessen, was tatsächlich passiert ist. Ich habe oft gesagt, „Oh schau mal, film das – das passiert nicht nochmal!“ … und oft hat Rüdiger die kleinen besonderen Momente selbst bemerkt und aufgenommen.

Worum geht’s in „Das Echo der Herde“?
Es geht um die Beziehung zu Tieren, die wachsende Sehnsucht nach Entschleunigung, psychische Belastbarkeit und weibliche Gemeinschaft.
Dabei wollten wir keinen Film über „Pferde“ machen. Uns hat viel mehr interessiert, was passiert, wenn Menschen anfangen, wieder genauer zu spüren: sich selbst, andere Menschen, die Tiere und die eigene Umgebung.
Gerade wenn es um mentale Gesundheit geht, wird unglaublich viel darüber gesprochen. Über Erschöpfung, Stress, Resilienz, Heilung und darüber, was uns wieder ins Leben bringt. Aber wie Heilung tatsächlich passiert, sieht man eher selten. Sie ist oft leise. Körperlich. Manchmal unspektakulär. Sie passiert in Beziehungen, im Kontakt und in kleinen Momenten, in denen sich etwas verändert.
Genau das wollten wir zeigen.

Ekaterinas gelockerte Hüfte
Zum Beispiel bei Ekaterina: Während einer Auszeit gab es für sie einen Moment, in dem sich in ihrem Becken etwas löste. Alte Wunden kamen in Bewegung, etwas wurde frei. Und letztens hatte ich eine Sprachnachricht unter Freuden-Tränen von ihr auf meinem Handy: „Anja, ich muss das jetzt einfach direkt mit dir teilen: lch konnte nie Hula-Hoop und jetzt geht es! Ich kannes kaum glauben – muss immer wieder weg vom Schreibtisch und ausprobieren, ob es immer noch klappt!“.
Was vielleicht erstmal nach einer Kleinigkeit klingt, war für sie ein totaler Durchbruch. Ihr Körper fühlte sich plötzlich anders an. Freier. Beweglicher. Oben und unten wieder verbunden!
Für solche Momente machen wir unsere Arbeit. Nicht die großen fertigen Antworten, sondern das, was sich im Leben tatsächlich verändert.

Kann ein Mann mit Kamera bei einer Auszeit dabei sein?
In der zweiten Hälfte des Films wird es noch einmal besonders nah: Die Zuschauenden begleiten eine zweitägige Auszeit mit Frauen auf unserer Pferdeweide. Sie sind nicht nur Beobachtende, sondern bekommen einen Einblick in diese Atmosphäre und in das, was entsteht, wenn Menschen für eine Weile aus ihrem normalen Alltag aussteigen. Rüdiger ist dabei total unauffällig, verschmolz mit dem Grün und wir waren verbunden im Kreis – es fühlte sich wirklich ungestört an. Er hat da eine große Gabe!

Deshalb gehen wir mit dem Film auf Kino-Tournee!
Wir möchten unseren Film nicht einfach ins Internet stellen oder irgendwo vorführen lassen und dann gehen die Menschen wieder heim. Wir machen die Kinotournee selbstorganisiert, weil wir Lust haben, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, die den Film sehen. Wir möchten nach den Vorführungen mit euch ins Gespräch kommen.
Darüber, was euch berührt hat, was vielleicht Fragen aufgeworfen hat, wo ihr euch selbst wiedererkannt habt – und natürlich auch darüber, was ihr mit Tieren, Gemeinschaft, Erschöpfung und dem eigenen Weg zurück ins Leben verbindet.
Für uns endet der Film deshalb nicht mit dem Abspann!
Wir kommen zu euch, organisieren die Vorstellungen gemeinsam an den jeweiligen Orten und nur auf Einladung und nehmen uns Zeit für den Austausch danach.
Wenn du Lust hast, „Das Echo der Herde“ bei euch im Kino, Kulturort oder an einem anderen besonderen Ort zu zeigen, meld dich gern bei uns.